Fotografie neu bewegen

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Ich bin raus. Es war wie der Abschied von der Vergangenheit. Ich habe es körperlich gespürt. Den Blick zurück brauche ich nicht mehr, um nach vorne zu schauen und zu verstehen.

Für mich war die Vergangenheit immer wichtig, weil ich verstehen wollte, wie die Dinge zusammenhängen und was andere Menschen getan und gezeigt haben. Und plötzlich war mir klar, ich habe genug erkundet, um nun mitten im Jetzt zu sein.

Das ist wie mit der Absurdität – plötzlich ist sie da, in diesem Fall das Gefühl.

Knapp zehn Jahre mit Fotomonat, Artlens, Streetlens, Frontlens, Dokumentarfotografie.

Das war mein Weg.

Und nun bin ich hier.

Hier mache ich weiter aber anders.

Völlig befreit von der Last der Vergangenheit sind alle Zwänge weg.

Nachdenken, neu fotografieren, nicht mehr fotografieren.

Erst mal einfach sich der abgelegten Last erfreuen.

Alles was war gehört zu mir und ist das Fundament auf dem ich stehe – ich stehe.

Ich danke meinem Schicksal, daß ich das erforschen durfte und ich danke den vielen Menschen, die ihre Lebensversuche so publiziert haben mit Worten und Fotos, daß ich daran teilhaben durfte.

Jeder Mensch ist sein eigener Lebensversuch.

Heute ist alles möglich.

Der Fotocoach würde mich fragen welchen Stil ich habe.

Meine Antwort heute lautet: „Ich bin frei aber es muß authentisch sein, so wie ich es sah und ausdrücken will.“

Genau das ist mein Stil. Heute muß man sich vorher eben nicht mehr so festlegen sondern kann hinterher alles noch mal anders machen, wenn man es mit RAW macht. Selbst Freistellung und Bokeh gehen heute auch noch hinterher.

Heute ist fotografisch vieles möglich.

Eben.

Früher war eine Stilfrage eher eine technische Frage, weil es darauf ankam, welche Filme was konnten oder ob mehr Strukturen oder Flächen wirken sollen. Der Film in der Kamera entschied wesentlich mit über den Stil.

Das ist heute anders.

Digital kann ich sehr viel hinterher ganz neu machen.

Die Auswahl im Kopf entscheidet, nicht die technischen Vorgaben.

In diesem Sinne – habe den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen – auch in der Fotografie!

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